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Der
Weg zum Kreuz:
• (Matth. 27,32-35 / Mark.
15,21-23 / Luk. 23,26-32 / 19,17)
Jesus erklimmt die sechste Stufe Seines Leidensweges.
Jesus muss selbst den schweren Holzbalken tragen. Die
Soldaten legen diese Last auf Seine zerfetzte Schulter und
lassen ihn den Weg, zum Höhepunkt dieser Tortur, antreten.
Er trägt das Werkzeug zur Vollstreckung Seines Todesurteils
selbst.
Nur weil er unter der Last zusammenbricht, zwingen die
Soldaten einen anderen Mann das Holz weiterzutragen.
Fast jeder hat Gefallen an der sukzessiven Hinrichtung
dieses Mannes.
Seine Anhänger gehen in dem Getümmel unter und wagen kaum
den Mund aufzutun.
Ja, heute ist was los in Jerusalem! Das ist keine normale
Kreuzigung.
Es ist etwas Besonderes. Da liegt etwas in der Luft. So eine
Spannung, so ein Knistern, als würde die unsichtbare Lunte
einer Sprengladung abbrennen.
Dieser Mensch bietet eine ganz besondere Vorstellung.
Die Soldaten scheinen sich gegenseitig an Aggression und
Wildheit zu übertreffen, so als hätte dieser Jesus ihnen
persönlich etwas getan. Aus den Augen der Hohepriester
blitzt Hass. Sie treiben das Volk an, als spielte die Zeit
eine Rolle. Als müssten sie sich beeilen, um rechtzeitig zum
Mittagessen zu Hause zu sein.
Keiner weiß was es ist. Die Luft ist zum Schneiden dick. Es
surrt in den Köpfen der aufgewühlten Menge. Gedanken des
Hasses, der Wut, der Gewalt drängen sich durch die
Gehirnwindungen. Viele kennen die Ursache dieser Gedanken
nicht, aber warum danach fragen. Es ist nun mal so. Heute
ist jeder irgendwie aggressiver.
Es liegt wohl an diesem Mann, der sich da blutüberströmt
dahinschleppt. Ein scheußlicher Anblick! Offenes Fleisch und
Blut überall. Nicht mehr lange, dann hängt er am Kreuz.
Danach wird die Menge langsam abziehen, bis sich auch der
letzte an dem Todeskampf der Gekreuzigten sattgesehen hat.
Dann geht man nach Hause und versucht alles wieder zu
vergessen, zu überspielen, so als wäre nichts geschehen.
Ja, nicht mehr lange, dann ist die Show vorbei. Aber bis
dahin macht man mit und lässt sich dabei so richtig gehen.
Heute ist Hass erlaubt. Dazu ist es ein erhebendes Gefühl,
inmitten dieser vielen Menschen zu treiben, einfach
mitzulaufen und dabei zu sein. Bestimmt wird man noch lange
von diesem Tag erzählen, denn eines ist sicher – heute ist
alles ein bisschen anders. Eine spezielle Atmosphäre.
Ja, irgendetwas liegt da in der Luft.
Epheser 2,1-2
„Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren
Vergehungen und Sünden, in denen ihr einst wandelt gemäß dem
Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten des Machtbereiches
der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des
Ungehorsams wirkt.“
Den Wein vermischt mit Myrrhe, einem Harz, dass als
betäubender Zusatz verwendet wird, lehnt Jesus ab. Er will
bei vollem Bewusstsein und klar sein. Er will sich nicht
betäuben, will die Strafe nicht aus eigenem Antrieb heraus
lindern.
Der Preis muss vollständig bezahlt werden.
Die Menge drängt um ihn herum, beschimpft und bespuckt ihn
und gafft ihn schaulustig aus trüben Augen an. Doch das
alles sieht Jesus nicht. Er sieht darüber hinaus. Weit
darüber hinaus. Über das Kreuz hinaus, über die Jahre, die
Jahrzehnte, die Jahrhunderte hinaus in die Ewigkeit. Einer
Ewigkeit in Gemeinschaft mit Seiner Braut. Einer
wunderschönen, geschmückten Braut ohne Flecken und Runzeln.
Einer vollkommenen Braut, voller Hingabe und Liebe für ihren
Bräutigam. Das sieht Jesus und es gibt ihm Kraft. Es gibt
ihm Glaube, Hoffnung, Liebe - diese drei. Aber die Liebe ist
die größte unter ihnen.
Eine Schar Frauen lässt sich nicht einschüchtern. Sie folgen
ihm, beweinen ihn, wehklagen und jammern.
Die Antwort Jesu lässt klar erkennen, Seine Liebe ist nicht
von dieser Welt.
Er weist ihre Trauer von sich und hin zu den kommenden
Dingen, die über das jüdische Volk hereinbrechen sollen.
• Luk. 23,27-31
Noch immer ist Jesus vom Geist Gottes geführt. Noch immer
vereint mit dem Vater.
Noch immer unter der Salbung und Kraft des Heiligen Geistes.
"Noch" in Gemeinschaft.
Die
Kreuzigung:
• Matth. 27,32-44 / Mark.
15,21-32 / Luk. 23,33-43 /Jah. 19,17-27
Die siebte Stufe des Leidensweges Jesu, die Kreuzigung.
Die Kreuzigung ist eine überaus grausame und furchtbare
Todesstrafe, welche die Römer von den Karthagern übernommen
haben und nur bei Sklaven und gemeinen Verbrechern anwenden.
Bei der Kreuzigung bindet oder nagelt man Hände und Füße an
einen Pfahl mit Querholz. Zuerst wird der Verurteilte nackt
auf ebener Erde an dem Querbalken angenagelt und dann an dem
gut drei Meter hohen Pfahl, der auf dem Strafplatz steht,
hochgezogen.
Danach treibt man einen weiteren langen, schweren, eckigen,
schmiedeeisernen Nagel durch die übereinandergelegten Füße.
Vor der Kreuzigung reicht man ihm einen Betäubungstrank -
Wein mit Myrrhe. Das Sterben kann einige Tage dauern. Die
Kleider des Gekreuzigten fallen dem Hinrichtungskommando zu.
Beim Annageln werden die Nägel in die Knochen der
Handgelenke
getrieben. Die verletzten Nerven verursachen unerträgliche
Schmerzen.
Den Aufgehängten quälen furchtbarer Durst und rasende
Kopfschmerzen, heftiges Fieber und Angstzustände.
Die Hängelage verursacht Atemnot, und der Verurteilte kann
dem Erstickungstod nur entgehen, indem er sich, gestützt auf
den Nagel in den Füßen, vorübergehend aufrichtet. In
abwechselndem Senken und Heben des Körpers, in Atemnot und
Atemschöpfen, vollzieht sich der Todeskampf, in dessen
Verlauf es zu Flüssigkeitsansammlungen in Brust- und
Bauchhöhle kommt.
Manchmal führt man den Tod vorzeitig durch das Zerschlagen
der Schenkelknochen herbei, um die Qual zu beenden.
• Joh-19,34
Jesus hängt am Kreuz. Er ist eine einzige Wunde.
Keine heile Stelle ist an Seinem Körper.
Vorübergehende lästern und verspotten ihn.
Hohepriester und Schriftgelehrte spotten und lachen über
ihn.
Da hängt er nun, der Messias. Selbst die gekreuzigten Räuber
auf beiden Seiten schmähen ihn. Die Menschen verhöhnen ihn.
Die Soldaten reichen Jesus Essig zum Trinken, voller Bosheit
und Gemeinheit. Bis hierher hat Jesus weder etwas gegessen
noch getrunken. Sein Körper schreit nach Flüssigkeit. Es ist
Mittag. Die Luft ist heiß und trocken. Jede Faser Seines
Körpers krampft sich unter dem Flüssigkeitsmangel zusammen
und dürstet.
Hoher Blutverlust hat den Flüssigkeitshaushalt völlig aus
dem Gleichgewicht gebracht.
Der unerträgliche Durst, die unerträglichen Schmerzen, die
Atemnot, sollte das als Preis nicht ausreichen?
Doch es ist noch nicht einmal die Hälfte des Preises, ja
noch nicht einmal der Preis selbst. Noch immer ist die
Menschheit von Gott getrennt. Noch immer ist kein Weg
bereitet. Jetzt könnte Jesus in einem Ausbruch von
Entrüstung, Selbstmitleid, Gottesbewusstsein sich aufbäumen
und "Genug!" schreien. Jetzt könnte Er den Vater um zwölf
Legionen Engel bitten. Jetzt könnte Er vom Kreuz steigen und
es allen zeigen.
Er ist im Recht, Er ist unschuldig, Er hat nichts Falsches,
nichts Schlechtes getan. Er ist vollkommen. Mensch und Gott
in einer Person.
Jetzt könnte Er es allen beweisen und diesen Hohepriestern
und Schriftgelehrten das Maul stopfen. Er könnte die
Soldaten vernichten, die hasserfüllte, gröhlende
Menschenmenge dem Erdboden gleich machen.
Er ist Gott! Er ist der "Ich Bin"! Er ist das Wort! Er ist
der Schöpfer! Gott selbst ist auf die Erde gekommen. Der
Allmächtige! Der Allwissende! Der Erhabene! Der Ewige!
Dem Engel dienen Tag und Nacht! Er ist auf die Erde
gekommen!
Er hat das Recht diesem Grauen ein Ende zu bereiten! Er hat
das Recht Seine Geschöpfe auszulöschen! Aber Er macht von
all dem keinen Gebrauch. Sonst wäre alles umsonst gewesen.
Alles! Alles? Ja, alles oder nichts! Jesus weiß, Er muß
alles geben, oder es wird nicht ausreichen, nicht genügen,
um Seine schwachen, blinden, tauben, geliebten Menschen zu
retten. Er hat Seine Entscheidung getroffen.
Schon vor Grundlegung der Welt.
Jetzt hängt er hier. Jetzt, jetzt, genau jetzt darf er nicht
aufgeben!
Äonen sind vergangen, Äonen werden vergehen. Aber jetzt ist
der Zeitpunkt gekommen an dem der Mensch Jesus bestehen
muss.
Dafür hat Er alle Herrlichkeit beiseite gelegt.
Dafür hat Er vor Grundlegung der Welt sein Jawort gegeben
und Gott lügt nicht, denn Gott ist kein Mensch. Er ist die
Wahrheit. Jesus liefert sich noch einmal ganz neu dem Vater
aus.
Er bereitet sich vor.
Gleich ist es soweit. Gleich kommt die letzte Stufe, der
letzte Abschnitt des göttlichen Plans zur Errettung der
Menschheit.
Der Kelch wird vorbereitet.
Der Kelch mit dem bittersten Inhalt.
Der Kelch des Todes. Des absoluten Todes.
Der Kelch des Schmerzes, des Leides, der Krankheit,
des Grauens der ganzen Welt.
Der Kelch der Sünde der gesamten Menschheit.
Und damit ist es auch gleichzeitig - der Kelch des Zornes
Gottes.
Der
Tod:
• Matth. 27,45-54 / Mark. 15,33-39 / Luk. 23,44-48 / Joh.
25-30
Die achte und letzte Stufe die Jesus zu steigen hat. Nackt
am Kreuz hängend, erhöht, entblößt, zur Schau gestellt,
blickt Er auf die Menschen um Sich herum.
Schweiß und Blut brennen in Seinen Augen, erschweren das
Sehen.
Aber in Seinem Geist weiß Er um sie Bescheid.
Er kennt ihre Mängel, ihre Fehler, ihre Schwächen, ihre
Gelüste, ihre Triebe.
Sie sind wie Gras das verwelkt. Wie Staub, den der Wind
fortbläst. Sie sind so verletzbar, so hilflos, so
orientierungslos, wie Schafe ohne Hirten.
Vom Teufel verblendet, irren sie in der Finsternis umher.
Er sieht nicht ihren Hass, ihren Spott, ihren Stolz, ihren
Hochmut, ihre Herzenskälte, ihre Torheit. Er sieht nicht
ihren Egoismus, nicht ihre bösen Gedanken, nicht ihr kaltes
Herz, sondern er sieht - Sich Selbst in ihnen.
Er sieht ihre eigentliche Bestimmung. Im Ebenbild Gottes
geschaffen, zur Gemeinschaft mit Gott bestimmt. Diese
Waisen, ohne Vater, ohne Herkunft, ohne Zuhause, ohne
Geborgenheit, ohne Liebe. Es zerreißt ihm das Herz. Er kann
nicht anders.
Er liebt sie. Er ist ihr Schöpfer. Sie sind das Produkt
Seiner Liebe.
"Vater, Vater, du musst ihnen vergeben! Sie wissen nicht was
sie tun, sie können es nicht wissen, weil sie blind sind!
Vater, oh Vater, bitte vergib ihnen!"
Einer der Übeltäter zu Seiner Seite erkennt seine eigene
Schuld, er bereut und bittet Jesus ihn in Sein Reich
mitzunehmen, während der andere lästert.
Jesus hat noch Platz in Seinem Herzen für diesen Mann. Er
ist nicht verhärtet.
Sein Herz ist noch immer voller Barmherzigkeit und Mitleid.
Er gibt dem Mann Sein Wort ihn mitzunehmen.
Dann bittet er Johannes für Seine Mutter zu sorgen.
Gedenkt in dieser Situation Seiner Freunde, Seiner
Geliebten.
Fordert sie noch auf, aufeinander aufzupassen. Ermutigt sie
weiterzumachen, nicht aufzugeben. Sein Herz ist unendlich
groß.
Seine Liebe immer gebend.
Selbst jetzt noch kann Er geben, streckt Er Sich aus um
Gutes zu tun.
Jede Gelegenheit nutzend, ständig danach suchend, den
Menschen zu dienen.
Ja, seht, welch ein Mensch!
Gegen drei Uhr nachmittags wird es dunkel.
Der Zeitpunkt ist gekommen alles zu bezahlen, was der
Schuldschein fordert.
Jetzt kommt die Abrechnung. Die Gesamtsumme wird
präsentiert.
Die Höhe des Preises wird vollständig gefordert. Der Lohn
der Sünde - der Tod.
Was Jesus in diesem Moment widerfährt, wird wohl ein
Mysterium bleiben.
Die Sünde der gesamten Menschheit wird auf ihn geworfen. Die
Last der Summe alles Bösen, alles Üblen, aller Gemeinheit,
Niederträchtigkeit, Grausamkeit, Bosheit, alles Neides,
Hasses, aller Gier, Habsucht, Dieberei, Unzucht, Arglist,
Ausschweifung, Lästerung, Torheit, aller Hochmut, allen
Mordes, Ehebruchs, Schmerzes, aller Krankheit, alles Leides
der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der gesamten Welt.
Jeder nur erdenkliche Auswuchs von Sünde wird auf ihn
geworfen, trennt ihn plötzlich und zum ersten mal vom Vater.
Jesus selbst wird zur personifizierten Sünde und somit zur
Zielscheibe des Hasses und Zornes Gottes. Des Gottes der den
Sünder liebt, aber die Sünde hasst. Unter dieser Last
zerbirst Jesus. Er wird zermalmt mit dem Aufschrei ...
“Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!?"
Psalm 22,1
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Psalm 22,15-19
„Wie Wasser bin ich hingeschüttet, und alle meine Gebeine
haben sich zertrennt; wie Wachs ist mein Herz geworden,
zerschmolzen in meinem Inneren. Meine Kehle ist vertrocknet
wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen;
und in den Staub des Todes legst du mich. Denn Hunde haben
mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt.
Sie haben meine Hände und Füsse durchgraben. Alle meine
Gebeine könnte ich zählen. Sie schauen und sehen auf mich
herab. Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein
Gewand werfen sie das Los.“
Verlassen von allen stirbt Jesus an einem gebrochenen
Herzen.
In einer Einsamkeit unvorstellbaren Ausmaßes. Jene, für die
Er gekommen war nahmen Ihn nicht auf. Jene die Ihm folgten
verließen Ihn dann, als Er sie am meisten brauchte. Seine
Liebe und Annahme wurden erwidert mit Haß und Ablehnung.
Psalm 69,20-21
„Die Schmach hat mein Herz gebrochen, und ich bin elend; ich
wartete auf Mitleid, aber da war keines, und auf Tröster,
aber ich fand sie nicht. Und sie gaben mir Galle zur Speise
und Essig zu trinken in meinem Durst.“
Jetzt findet der Austausch statt.
Das unbefleckte, reine Lamm gegen die Sünde der gesamten
Menschheit.
Liebe und Annahme gegen Hass und Ablehnung.
Heilung und Wiederherstellung gegen Krankheit und Leid.
Leben gegen Mord und Tod.
Diese Liste ist unendlich fortzusetzen.
Alles Gute gegen alles Böse.
Der vollkommene Tausch am Kreuz.
Alles ist im Sohn Gottes, im Messias, im Retter, im Erlöser,
im Lamm, dass die Sünden der Welt trug.
Vollkommen ist der Preis bezahlt. „Es ist vollbracht!“ kann
auch mit „Es ist bezahlt!“ oder „Die Schuld ist getilgt!“
übersetzt werden.
Ein vollkommenes, einmaliges Opfer. Das Lamm ohne Makel. Er,
der von keiner Sünde wusste, wird am Kreuz zur Sünde. Gott
rechnet mit der Sünde ab.
Gott Vater, der Heilige, der Gerechte, der Richter, richtet
den Unschuldigen für uns. Der Unschuldige wird schuldig
gesprochen. Der Gerechte wie ein Ungerechter verurteilt. Der
Reine wie ein Unreiner ausgestoßen. Der Lebensspender wie
ein Mörder hingerichtet. Und zwar vom Vater selbst!
Was veranlasst den gerechten, heiligen Vater, Seinen
gerechten, heiligen Sohn, schlachten zu lassen. Tat Jesus
nicht immer den Willen des Vaters?
Das ist keine Gerechtigkeit! Das ist zum Himmel schreiende
Ungerechtigkeit!
Gott wird in diesem einzigen Moment ungerecht gegen Sich
Selbst!
Dieses eine mal muss es sein. Einmal wird der gerechte Gott
ungerecht.
Es kostet dem Vater alles. Es zerreißt dem Vater das Herz,
Seinen geliebten Sohn wie einen Ungerechten zu behandeln.
Als Er die Sintflut sandte, war es aufgrund der
Verdorbenheit, die auf der Welt herrschte. Es war kein
Gerechter außer Noah.
So strafte Gott die Ungerechten. Hätte der gerechte Gott
jetzt wieder dreingeschlagen, mit eiserner Faust, hätte Er
wieder Gericht gebracht, wer wäre am Leben geblieben?
Sünde und Gottlosigkeit fordern das Gericht Gottes heraus.
Nun aber sandte Er Seinen Sohn, um Ihn an unserer Stelle zu
richten.
So trifft Seine Faust nicht uns, sondern sie traf Jesus. Mit
voller Wucht!
"Es ist vollbracht!"
Der Tod des Einen für das Leben der anderen.
Der Preis wird in voller Höhe beglichen, die Mission
erfüllt.
„Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist !“
Jesus wird nicht getötet. Er übernimmt Autorität über Seinen
Körper, Seine Seele, Seinen Geist und befiehlt Sich Selbst
in die Hände des Vaters.
Es ist allein Seine Entscheidung.
Niemand hätte auch nur einen Finger gegen Ihn rühren können,
hätte Er sich nicht dafür entschieden.
Er erlaubt es den Menschen, Ihn zu schlachten.
Er erlaubt es dem Vater, Ihn zu strafen.
Jesaja 53,7
„Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat Seinen
Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt
wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor Seinen Scherern;
und er tat Seinen Mund nicht auf.“
Philipper 2,7-8
„Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm
Knechtsgestalt, indem er den Menschen gleichgeworden ist,
und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, erniedrigte er
sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am
Kreuz.“
Kein Wort, keine Tat vermag dem Erlösungswerk Jesu etwas
hinzuzufügen.
Überwältigt von dieser Gnade, unwürdig aus sich selbst und
doch freimütig im Glauben an Seine unendliche Liebe,
sichtbar gemacht durch Seinen Tod am Kreuz, kann nun jeder
hinzutreten zum Gnadenthron.
Kolosser 2.14-15
“Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in
Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus
unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte;
er hat die Gewalt und die Mächte völlig entwaffnet und sie
öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph
über sie gehalten.“
Epheser 2,13-16
„Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern
wart, durch das Blut des Christus nahe geworden. Denn er ist
unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht und die
Zwischenwand der Umzäunung, die Feindschaft in Seinem
Fleisch abgebrochen. Er hat das Gesetz in Satzungen
beseitigt, um die zwei - Frieden stiftend - in sich selbst
zu einem neuen Menschen zu schaffen und die beiden in einem
Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er die
Feindschaft getötet hat."
Kolosser 1,13-16
„denn es gefiel der ganzen Gottheit in ihm zu wohnen und
durch ihn alles mit sich zu versöhnen - indem er Frieden
gemacht hat durch das Blut Seinen Kreuzes -
durch ihn, sei es was auf der Erde oder was in den Himmeln
ist. Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach
der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt
in dem Leib Seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig
und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen.
Sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch
nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums, das
ihr gehört habt."
Galater 3,13-14
„Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes,
indem er ein Fluch für uns geworden ist - denn es steht
geschrieben: “Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!“ -
damit der Segen Christus Jesus zu den Nationen komme, damit
wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen.“
Der Autor der Heiligen Schrift, der Heilige Geist, will
klarmachen:
Die Liebe Gottes definiert sich in der begonnenen und
vollbrachten Ausführung Seines Planes, sich selbst in einem
menschlichen Körper verletzlich zu machen,
um als Mensch verletzt zu werden, Verletzung zu ertragen und
durch und in Verletzung zu sterben und als vollständig
geheilt aufzuerstehen.
Als größtes Vorbild Ihn ständig vor Augen, dürfen wir in
Seine Fußstapfen treten und in Sein Ebenbild verwandelt
werden.
1 Petrus 2,20-25
„Wenn ihr aber ausharrt, indem ihr Gutes tut und leidet, das
ist Gnade bei Gott. Denn hierzu seid ihr berufen worden;
denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein
Beispiel hinterlassen, damit ihr Seinen Fußspuren nachfolgt;
der keine Sünde getan hat, auch ist kein Trug in Seinem Mund
gefunden worden, der, geschmäht, nicht wieder schmähte,
leider unsere Sünde an Seinem Leib selbst an das Holz
hinaufgetragen hat, damit wir den Sünden abgestorben, der
Gerechtigkeit leben; durch dessen Stiemen ihr geheilt worden
seid. Denn ihr gingt in der Irre wie Schafe, aber ihr seid
jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer
Seelen.“
Anmerkung des
Autors:
Lieber Leser! Die Erlösung der Menschheit durch Jesus begann
nicht am Kreuz von Golgatha und endete auch nicht dort. Am
Kreuz litt Jesus für uns und wurde für uns zur Sünde. Jedoch
umfasst die Erlösung mehr als das. Erstaunt könnte man
fragen: „Ja ist das denn nicht schon genug?“. Die Antwort
darauf ist klar „nein“. Es war Gott nicht genug, uns „nur“
von Sünde zu befreien und den Schuldschein, der gegen uns
war, ans Kreuz zu nageln (Kol. 2,14).
Bevor Jesus Sein Leben gab, lebte Er mehr als drei Jahre als
Gesalbter Gottes unter den Menschen. Sein Leben war
begleitet von Zeichen und Wundern. Überall wo Er auftauchte
heilte Er Kranke, trieb Er Dämonen aus, predigte Er das
Evangelium vom Reich des Himmels, lehrte Er die Volksmengen
und verherrlichte Er so Seinen Vater im Himmel. Die Bibel
sagt dazu auch, der Sohn Gottes wurde dazu geoffenbart, um
die Werke des Teufels zu zerstören (1.Joh. 3,8).
Nach Seinem Tod am Kreuz, ging Er drei Tage und drei Nächte
in das Reich des Todes, um dort den entgültigen Sieg über
den Tod zu erringen (Offb. 1,17-18). Dann erst wurde Er
durch den Geist Gottes aus den Toten auferweckt und danach
fuhr Er auf in den Himmel, wo Er jetzt zur Rechten Gottes
des Vaters sitzt.
Es ist sehr wichtig das zu erkennen, denn jeder Mensch, der
Jesus als Herrn und Erlöser annimmt, wird dadurch im Geist
wiedergeboren. Im 1.Kor. 5,17 sagt das Wort: „Daher, wenn
jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das
Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat
durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben
hat.“
So wie Jesus vor Seiner Kreuzigung Vollmacht hatte über
Satan und Seine Dämonen, hat jetzt jeder Gläubige Vollmacht
über Satan und Seine Dämonen, da er im Sieg Jesu wandeln
kann.
Die Bibel bezeichnet Christen als „mehr als Überwinder“ (Rö.
8,37). Sie bezeichnet sie als „die Gerechtigkeit Gottes in
Jesus Christus“ (2.Kor. 5,21).
Ein wahrer Christ ist nicht mehr ein Sünder, der durch Gnade
errettet wurde. Er ist gar kein Sünder mehr!
Er ist ein vollmächtiger Botschafter an Christi statt! Er
ist eine neue Schöpfung. Er ist der Tempel des Heiligen
Geistes. Er ist ein Träger der Herrlichkeit Gottes, die
durch den Heiligen Geist in ihm wohnt! Er ist berufen zu
herrschen! So wie der verlorene Sohn nicht nur vom Vater
wieder aufgenommen wurde, sondern gleichzeitig auch die
selbe Vollmacht als Sohn erhielt und erneut Miterbe wurde,
so ist ein Christ auch ein Erbe. Laut Gal. 4,7 „nicht mehr
Sklave, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe durch
Gott“.
In Gal. 4,1 steht: „Ich sage aber: solange der Erbe unmündig
ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven,
obwohl er Herr über alles ist“.
Und genau darauf will ich mit dieser Anmerkung hinaus. Es
gibt viel falsche Demut und Minderwertigkeit,
Sündenbewusstsein und Verdammnis unter Christen. Das ist vom
Teufel. Es ist sehr wichtig, zu erkennen, was der Sieg Jesu
alles umfasst. Nur wer sein Erbe kennt, kann es auch
antreten.
Wenn Du durch den Artikel „Das Kreuz“ vom Heiligen Geist
überführt worden bist und Jesus um Vergebung gebeten hast,
Ihn als Herrn und Erlöser Deines Lebens angenommen hast,
dann bist Du eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen,
Neues ist geworden. Jetzt gilt es für Dich den Sinn laut Rö.
12,2 zu erneuern. Es gilt zu erkennen wer Du bist in
Christus und was Dir rechtmäßig zusteht, damit Du Dein Erbe
in Anspruch nehmen kannst – wie z.B. Liebe, Heilung,
Befreiung, Freude, Friede, Kraft, Wohlstand, usw. Laut Eph.
1,3 bist Du gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der
Himmelswelt. Laut Eph. 2,6 bist Du mitauferweckt und sitzt
mit in der Himmelswelt in Christus Jesus. Egal was Deine
Gefühle Dir sagen, Dein Verstand Dir sagt, andere Menschen
Dir sagen, Du bist wer und was die Bibel sagt das Du bist.
Lerne zu erkennen, dass Deine Identität in Christus ist.
Nicht mehr lebst jetzt Du, sondern Christus lebt in Dir
(Gal. 2,20). Du kannst alles durch den der Dich kräftigt
(Phil. 4,13). Handle danach!
Lass Dich von niemandem mehr belügen oder betrügen. Lese das
Wort, erkenne und sei wer Du jetzt bist und tue die selben
Werke, die Jesus getan hat und darüber hinaus noch größere (Joh.
14,12). Sei kühn und bringe den Menschen die frohe Botschaft
von der Erlösung! Stehe fest und lass Dir kein religiöses
Joch der Knechtschaft mehr auferlegen, denn zur Freiheit hat
Dich Christus befreit (Gal. 5,1). Folge dem Herrn und
vertraue Seinem Geist, der in Dir wohnt! Werde mündig und
pass auf: Hüte Dich vor dem Sauerteig der Pharisäer (Matt.
16,6).
Laufe den Lauf und kämpfe den guten (gewonnenen) Kampf des
Glaubens!
Dein Mitstreiter W.K.D.
Für persönliche Anfragen: revolution.now@web.de
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