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DAS KREUZ - TEIL I



 

Gethsemane:

• Matth. 26,36-46 / Mark. 14,32-42 / Luk. 22,39-46

Die physischen, seelischen und geistlichen Leiden Jesu beginnen in Gethsemane.
Derselbe Herr, der so ruhig und zielbewusst den Weg zum Kreuz geht, wird doch bis ins Innerste gepackt, sodass Er sogar Seine Jünger um Hilfe bittet, aber keine findet und durch dreimaliges Flehen sich durchringt zum
neuen „Ja“ zum Kreuzesweg.
So sehr und ganz ist Er auch Mensch und kommt uns als Mensch dadurch so nahe, ja lehrt uns, in allen ähnlichen Lagen so zu beten wie Er:
Vater, Dein Wille geschehe!
Unter großem Stress und Druck, können die Kapillaren (feinste Verzweigungen der Lymph- und Blutgefässe) zerreißen und den Schweiß mit Blut vermischen. Als Jesus Blut schwitzte, war es die Reaktion auf den unvorstellbar großen Druck der auf ihm lag.
Womit war der Kelch gefüllt, um den Er den Vater bat, ihn doch vorübergehen zu lassen?
Es ist zweifelhaft, dass Jesus damit den physischen Tod gemeint hat, denn Er hatte sich bereits dazu entschlossen, für die Sünden der Menschen zu sterben. Glaubhafter ist, dass Jesus darum bat, dem Getrenntsein vom Vater zu entgehen.
Er fleht zum Vater, Seinen körperlichen Tod als ausreichendes Opfer zu akzeptieren, demütigt sich aber unter den Willen Gottes. Jesus muss geistlich sterben, damit wir geistlich wiedergeboren werden können.
In dieser Zeit des Ringens mit Sich Selbst, Seinen eigenen Willen Seiner Bestimmung unterzuordnen, schlafen Seine engsten Begleiter. Seine besten Freunde lassen ihn in dieser Zelt im Stich. Dreimal fleht er zum Vater und zweimal sucht Er Gebetsunterstützung bei Seinen Jüngern und findet sie nicht. Als Judas dann mit den Soldaten anrückt, macht ihnen Jesus nochmals klar, dass sie Ihn nur deshalb gefangen nehmen können, weil dadurch die Schrift erfüllt würde.


• Matth. 26,55-56 / Mark. 14,48-49 / Luk. 22,52-53

Erst jetzt wird den Jüngern die Ernsthaftigkeit der Situation bewusst und sie fliehen, bis auf Petrus, der Ihn dann aber im Beisein Seines Meisters dreimal verleugnen wird.
Jesus, verlassen und verraten, wird abgeführt. Er weiß was auf ihn zukommt, und nützt auch die Möglichkeit nicht, den Vater um zwölf Legionen Engel für Seine Befreiung zu bitten.


• Matth. 26,52-54

Er ist gehorsam, damit die Schrift erfüllt werden kann. Er weiß, Seine Entscheidung bestimmt den Lauf der gesamten Menschheitsgeschichte.
Im Johannesevangelium wird noch hervorgehoben, dass Jesus zum einen weiß, was über ihn kommen wird und zum anderen in solch einer Kraft und Vollmacht vor den Soldaten steht, dass sie zurückweichen und hinstürzen, als Er sich mit „Ich bin“ zu erkennen gibt.


• Joh. 18,4-6

Doch statt diese Vollmacht zu Seinem eigenen Vorteil auszunützen, heilt Er noch den Soldaten, dessen Ohr von einem Seiner Jünger abgeschlagen wird.
Jesus ist völlig beherrscht und kontrolliert und geht zielgerade den Weg als Erlöser und Erretter der Menschheit in den sicheren, grausamen Tod.
 

Gerichtsverhandlung:

• Joh. 18,12-14/19-24 / Matth. 26,57-68 / Mark. 14,53-65 / Luk. 22,63-71

Jesus hat den gesamten Hohen Rat (den Sanhedrin), bestehend aus 71 Mitgliedern aus einflussreichen Familien, Sadduzäer und Pharisäer, vor und gegen sich.
Der Hohepriester, der jährlich wechselt, hat den Vorsitz. Der Sanhedrin hat in Judäa große Vollmachten in weltlichen und religiösen Fragen, durfte aber zur Zeit der Römer kein Todesurteil vollstrecken. Jesus muss daher dem römischen Statthalter vorgeführt werden, und es muss eine Anklage gegen Ihn gefunden werden, auf die auch nach römischem Recht das Todesurteil steht. Gotteslästerung reicht nur bei den Juden als Grund zur Verurteilung aus. Bei Pilatus haben sie die besten Chancen, wenn sie Jesus als Staatsfeind darstellen.
Die jüdische Verhandlung verläuft alles andere als vorschriftsmäßig. Sie findet Nachts statt, es gibt keine Entlastungszeugen und die Zeugen der Anklage widersprechen einander.
Das Todesurteil hätte nicht sofort ausgesprochen werden dürfen, sondern erst am darauf folgenden Tag, der mit Sonnenuntergang beginnt.
Es steht außer Frage, dass Jesus völlig unschuldig angeklagt wird. Auf die Frage des Hohenpriesters bezüglich Seiner Jünger und der Lehre die Er verbreitet hat, verweist Jesus auf jene, welche Seine Lehre gehört haben und verweigert somit, sich durch wiederholtes Erzählen der Ereignisse rechtzufertigen.
Daraufhin versetzt ihm ein Diener einen Schlag ins Gesicht.

• Joh. 18,20-22

Es ist auffallend, wie aggressiv und gespannt die Situation ist und wie abfällig Jesus behandelt wird. Wie lange haben die Hohepriester auf diesen Moment gewartet, ja förmlich herbei gesehnt. Und wie sehr hat Satan und dessen dämonisches Heer auf diese Möglichkeit gewartet! Jetzt fallen alle Mauern der religiösen Heuchelei und die wahre Bosheit des Menschen kommt ans Licht. Nun wird versucht, durch falsche Zeugnisse Jesus zu verurteilen, also durch Lügen ihn zur Strecke zu bringen.
Der Hohepriester selbst und der ganze Höhe Rat suchen nach einer falschen Zeugenaussage. Ihnen ist jedes Mittel recht. Hauptsache sie können ihre Stellung als angesehene und geehrte Bürger behalten.
Auch treten noch viele falsche Zeugen herzu, aber es wird nichts gegen Jesus gefunden. Er ist absolut unschuldig. Nun kommt der Zeitpunkt des letzten Trumpfes und der Hohepriester erhebt sich dazu, ihn auszuspielen.
Voller Entrüstung, Haß, Neid, Abscheu, Angst und Hochmut stellt er Jesus die entscheidende Frage, welche nun über Tod oder Leben des Verurteilten entscheiden wird.
"Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?!"
Jesus weiß, jetzt ist Seine Stunde gekommen.
Bis jetzt hat Er auf ihre Beschuldigungen nichts geantwortet. Nun aber ist der Zeitpunkt gekommen, die schon vorher am Ölberg getroffene Entscheidung im Gehorsam zu versiegeln. Er weiß, diese Frage ist die letzte, einzige und ausschließliche Möglichkeit, über ihn das Todesurteil zu verhängen. Jetzt ist alles still. Keiner gibt einen Laut von sich. Alle warten auf die Antwort dieses Mannes, der so gefasst vor ihnen steht.
Selbst die Schöpfung erstarrt in diesem Moment.
Die Augen des Vaters sind auf Jesus gerichtet, jeder Engel, jedes geistliche Wesen in der Himmelswelt hält inne.
Jetzt würde die Entscheidung fallen. Jetzt würde die gesamte Schöpfung für immer und ewig ihre Bestimmung erhalten.
Jesus ist sich bewusst, Er kann sich immer noch dafür entscheiden, den Kelch nicht zu trinken. Wenn Er jetzt noch zurücktreten würde, würde Er zwar zum Gespött aller werden, aber Er würde am Leben bleiben, er müsste dann nicht ans Kreuz, nicht geschlachtet und vom Vater getrennt werden.
Vielleicht gehen dem "Menschen" Jesus solche Gedanken durch den Kopf. Aber der "Gott" Jesus überwindet das Fleisch. Er überwindet Seinen eigenen Willen und übergibt sich als unschuldiges Opfer. Er liefert sich selbst aus in die Hände dieser blutrünstigen, dämonischen Rotte in der unsichtbaren Welt und spricht sein eigenes Todesurteil als er dem Hohepriester die Antwort gibt.

• Mk 14,62
„Jesus aber sprach: Ich bin es! Und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.“


Das ist mehr als nur ein "Ja". Es ist in Vollmacht gesprochen unter der Kraft des Heiligen Geistes. Noch einmal bestätigt Jesus: Er ist der Christus, der Sohn des Hochgelobten! Um seiner Entrüstung den nötigen Ausdruck zu verleihen, zerreißt der Hohepriester seine Kleider.
Endlich ist es ausgesprochen! Aus Seinem eigenen Mund! Sie haben ihn! Er gehört Jetzt ihnen und sie können Ihn endlich beseitigen, wegschaffen, aus dem Weg räumen!
Jesus hat jetzt niemanden mehr, der ihm helfen kann. Er ist dem menschlichen und satanischen Hass völlig ausgeliefert. Als zum Tode verurteilter Mensch, ohne Hoffnung und Rückhalt, ist er das perfekte Opfer menschlicher Bosheit. Er gilt nichts vor den anderen. Er ist verachtet, ausgestoßen, vogelfrei, ausgeliefert, wertlos, hilflos, verspottet, gering geschätzt, verklagt, beschuldigt und ungeschützt.
So scheint es. Doch noch ist Jesus eins mit dem Vater, fest mit ihm verbunden durch den Heiligen Geist und von Seiner Kraft getragen.
Nur vor dem blinden Volk gilt Jesus als ordnungsgemäß Verurteilter.
Somit ist nun all das vor den Menschen gerechtfertigt, was von diesem Zeitpunkt an gegen Ihn unternommen wird.
Es gilt sogar als richtig und notwendig, diesen unwürdigen Gotteslästerer entsprechend dem was Er verdient hat zu misshandeln.
Ja, es muss so sein! Schließlich geschieht es im Namen Gottes und des jüdischen Glaubens.
Menschen beginnen ihn anzuspucken. Sie verhüllen Seinen Kopf und schlagen mit ihren Fäusten wutentbrannt in sein Gesicht, um ihn dann zu verspotten. Sogar die Diener nehmen es sich heraus, den Herrn der Herrn und König der Könige zu schlagen und zu verhöhnen. Jesus wird an jede Körperstelle geschlagen. Alles ist erlaubt! Vom Hohepriester selbst verurteilt, wird Er brutal verprügelt und das ist erst der Beginn Seines körperlichen Leidensweges.
Es gibt nun keine Zeit mehr zu verlieren. Der Zeitpunkt ist gekommen. Er muss sterben und zwar schnell! Noch bevor irgendjemand was dagegen unternehmen kann.


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W.Kaleb Diess
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published: 08.03.2004
(c) by Worshipgalaxy.com
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Das Kreuz | Teil 01
Das Kreuz | Teil 02
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