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EIN GESPÜR FÜR DEN HERRN



 

Eines Tages sah ich einem Freund von mir zu, der Zimmermann ist, und bemerkte dabei, dass seine Arbeit immer eine gewisse Vortrefflichkeit aufwies. Sofort dachte ich: „dieser Mann hat ein hohes Maß an Anstand und Integrität”. Nachdem ich ihm etwas länger zugeschaut hatte, wurde mir klar, dass der Grund dafür, dass er soviel Vortrefflichkeit hat, darin liegt, dass er ein Gespür für die Zimmerei besitzt. Sofort fielen mir alle Musiker, die ich kennen gelernt hatte und die ein Gespür für die Musik besaßen, ein. Diese Leute spielten auf eine Art und Weise, die dich einfach deine Augen schließen lässt, in der Gewissheit, dass du dich bei dem, was du hörst, sicher fühlen kannst. Ich weiß nicht, warum ich mich sicher fühle, wenn sie spielten, aber ich denke, dass es etwas damit zu tun haben könnte, dass sie eine innere Autorität und ein Vertrauen in das, zu dem Gott sie gemacht hat, besitzen.

Sofort stellte sich mir bei diesen Überlegungen die Frage: „Können wir ein Gespür für Lobpreis haben?“ und weiter „Können wir sogar ein Gefühl für den Herrn haben?“ Die Antwort darauf ist ja und nochmals ja.



Gefühle

Der Herr zeigte mir daraufhin die Stelle Johannes 14;16-17 und begann mir einige wundervolle Dinge zu offenbaren. „Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit; den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein (Johannes 14, 16-17).“ Am Ende von Vers 17 sagt Jesus „Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ Wenn Jesus das Wort „kennen“ benutzt, heißt das nicht, dass er sagen will, dass wir den Geist der Wahrheit durch unseren Verstand erkennen werden, sondern vielmehr durch unsere Sinne. Das griechische Wort hierfür ist ginosko und es bedeutet „aus Erfahrung wissend, sich über etw. im Klaren sein, sich einer Sache bewusst sein, fühlen/spüren, die Gewissheit haben, begreifend/wahrnehmend, verstehen.“ Jesus beauftragt seine Jünger damit, den Heiligen Geist durch Fühlen und Spüren persönlich zu erfahren und kennen zu lernen. Anders ausgedrückt: Es geht um ein Gespür für den Herrn.

Natürlich bedeutet das für uns, dass wir erst mal fähig sein müssen, den Heiligen Geist zu sehen. Diese Erkenntnis machte mir bewusst, dass ich in einigen Bereichen meines Gefühlslebens noch Arbeit vor mir hatte. Diese Idee vom „Fühlen des Heiligen Geistes“ mag für einige von uns etwas komisch klingen, weil wir seit jeher gelernt haben unseren Gefühlen nicht zu vertrauen. Ich habe schon so Sachen gehört, wie „mach dir nichts draus, wenn du nichts fühlst - mach es einfach trotzdem“. Die eigentliche Wahrheit ist, dass wir den Herrn die ganze Zeit um uns herum fühlen müssen und wenn das nicht so ist, sollten wir alarmiert sein und anfangen zu fragen, warum Er nicht da ist. Unsere Sinne werden jedes Mal einen „Alarm“ aussenden, wenn wir nur nicht zuviel Angst davor haben, Gefühle überhaupt zuzulassen.

Zur Erinnerung: Von unseren Gefühlen kontrolliert zu werden ist etwas total Anderes als das Gespür für den Herrn zu erlernen. Für den Herrn ist diese Idee sehr wichtig und er macht auch viele Bemerkungen, die dies beweisen. „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“(Johannes 17,3) Das hier benutzte Wort „erkennen“ bedeutet das Gleiche wie das griechische Wort. Unser ewiges Leben hängt davon ab, Gott und Jesus den Sohn durch unsere Wahrnehmung aus Erfahrungen und Gefühlen für IHN kennen zu lernen. In der Religion heißt es, dass der einzige Weg den Herrn kennen zu lernen über das Gesetz geht. In der Tradition heißt es, dass man nur ein paar von Menschen gemachte Regeln beibehalten muss, damit alles im Leben glatt läuft und vielleicht kann man dann auch, als kleinen Bonus, die Gelegenheit bekommen, den Herrn kennen zu lernen.

Lesen wir die Worte Jesu: „Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!“ (Matthäus 7, 22-23) Wenn Jesus sagt „Ich habe euch niemals gekannt“ wird erneut das griechische Wort ginosko benutzt. Umschrieben bedeuten diese Worte Jesu „ Ich habe niemals Erfahrungen mit euch geteilt, noch war es mir jemals erlaubt auf euch einzugehen; Ich habe kein Gefühl/Gespür für euch.“ Ich will nicht zu lange bei dieser Bibelstelle verharren, aber trotzdem will ich euch noch mal an das erinnern, was sie aussagt. Das Wort „viele“ bildet den Anfang dieser Stelle. Doch es bedeutet in diesem Zusammenhang nicht einfach nur „viele“, sondern auch, dass diese „vielen“ die Fähigkeit zum Prophezeien haben werden und das wiederum heißt, dass sie das inspirierte Wort Gottes aussprechen können. Außerdem werden „Viele” Dämonen austreiben und „Wunderwerke” tun. Das griechische Wort für „Wunderwerke“ ist dunamis und bedeutet das Vorführen von Wundern. Dabei wird klar, dass wir eine Beziehung mit dem Herrn und nicht mit dem Dienst haben müssen.

Ich weiß aus Erfahrung, dass es Zeiten gab, in denen ich mich “trocken im Geist” fühlte und trotzdem fähig war, mich im Geist zu bewegen und zu dienen, wenn jemand den Dienst brauchte. Ich konnte die Stimme des Herrn in Bezug auf das Leben dieser Person hören und sogar um Freisetzung für sie beten. Ich bin ein Teil der mächtigen Arbeit Gottes gewesen und kenne Wunder, die die Meisten als Auswirkungen von „echtem Dienst“ bezeichnen würden. Gleichzeitig habe ich aber auch gelernt, dass von Zeit zu Zeit etwas fehlte und in letzter Zeit spüre ich immer mehr, dass ich einen Weg finden muss, um zu einer authentischen Beziehung mit Jesus zu gelangen. Der Dienst an sich konnte mir keine engere Beziehung mit Jesus mehr geben und war nichts weiter als stupide „Fabrikarbeit“. Natürlich kann ich „Fabrikarbeit“ erledigen und dabei lernen eine Beziehung mit dem Herrn zu haben, aber mein Job/Dienst wird nicht die Quelle dieser Beziehung sein können.

Eine andere schockierende Entdeckung, die ich machte, war die Tatsache, dass der vollzeitliche Dienst einem immer weniger und weniger Zeit mit dem Herrn lässt, indem er mehr und mehr von dieser Zeit fordert. Des Weiteren kann jemand mit einem hohen Maß an Kraft dienen, da die Gnadengaben und die Berufung Gottes unbereubar sind (Römer 11, 29), ohne jedoch eine wirkliche Beziehung mit dem Herrn zu haben. Alles zusammengefasst, muss man festhalten, dass allein die Tatsache, dass sich jemand in den Gaben des Geistes bewegt, dies noch nicht bedeutet, dass er eine enge Beziehung mit Jesus hat. Wenn du meinst, dass ein vollzeitlicher Dienst deine Beziehung mit dem Herrn verbessern kann, denke noch mal drüber nach. Nur die diszipliniertesten Leute werden in der Lage sein, sich genug Zeit abzuzwingen um den Herrn zu suchen und eine enge Beziehung mit IHM zu entwickeln. Jedoch werden auch diese, die in der Lage sind, sich diese Zeit zu nehmen, oftmals keine richtigen Beziehungen zu anderen haben und Probleme mit dem Gebot der Nächstenliebe haben (siehe Johannes 13, 34). Dennoch gibt es Hoffnung.

Nachdem ich den Herrn bezüglich dieser Sache gesucht hatte und ihn fragte, ob ich selbst es zuließ von IHM gekannt zu werden, erinnerte er mich einfach an Folgendes: „(...) Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan“(Matthäus 25, 40) . Dies bedeutet, dass ich jedes Mal, wenn ich echt oder verletzlich vor anderen werde, ich gleichzeitig verletzlich vor meinem Herrn werde. Jedes Mal, wenn ich mein Herz denen offenbare, denen ich diene, offenbare ich mich dem Herrn. Diese Art des Dienens ist bei vielen noch nicht sehr anerkannt, da sie der Meinung sind, dass die, die einen Dienst ausführen, eine gewisse Perfektion ausstrahlen müssen. Meiner Meinung nach bricht jedoch ein großer Hunger nach dem Herrn unter denen, die dienen, aus und dies führt unweigerlich zur Zerbrochenheit. Wir sollten uns daran erinnern, dass der Herr die Leitung der Gemeinde richten wird, bevor er mit der Gemeinde fortfährt (siehe Maleachi 3, 3-4).


Gefühle entwickeln

Auf meinen vielen Reise sehe ich mehr und mehr Leute, die anfangen Gefühle zu entwickeln, die sie vorher nicht gekannt hatten und viele wissen überhaupt nicht, warum sie diese Gefühle haben. Manche beginnen zu weinen, wenn ich am Anfang der Treffen manchmal ein wenig Gitarre spiele. Zuerst dachte ich, dass sie meine Musik schon hassen, aber dann zeigte mir der Herr, dass es im Leib Christi eine große Leere bezüglich Gefühlen gibt und dass er anfängt, sie in uns zu erwecken. Die Leute weinen nicht, weil ich Gitarre spiele, sondern weil sie in der Gegenwart des Herrn stehen.

Einmal, an einem Freitag Nacht Treffen, war die Band sehr engagiert, die Banner wurden geschwungen, die Tänzer sprangen herum und ich betrachtete dies alles und wartete darauf, meine Lehre, die ich so sorgfältig vorbereitet hatte, vortragen zu können. Nachdem dies alles etwas an Intensität nachgelassen hatte, kam mir der Gedanke noch etwas Gitarre zu spielen, bevor ich meine große Weisheit lehren würde. Sobald ich jedoch anfing zu spielen, begannen ein paar Leute zu weinen und andere kamen hinzu und letztendlich gab auch der Pastor seine Kühle auf - kurz, die meisten weinten ununterbrochen. Unnötig zu sagen, dass meine großartige Lehre für diesen Abend nicht auf Gottes Kalender stand, sondern vielmehr seine Gegenwart und die Gefühle, die sie hervorbringt, an der Tagesordnung waren. Wir wurden einfach für eine Weile durch Seine Gegenwart getränkt und Gott war nicht willens dies bald zu beenden. Er wäre sicherlich die ganze Nacht geblieben, wenn wir die Kraft dazu gehabt hätten.

Während ich kürzlich in Deutschland auf einer Bibelschule war, begann ich während meines Gitarrenspiels über die Sprachbarriere nachzudenken. Kurz darauf begannen jedoch viele zu weinen und sofort wusste ich, dass Gott diese Barriere bereits in einem einzigen Augenblick überwunden hatte. Obwohl ich etwas lehrte, verbrachten wir doch die meiste Zeit in der Gegenwart des Herrn und das war alles, was diese jungen Studenten benötigten. Als ich darüber sprach, ein Gespür für den Herrn zu entwickeln, begannen sie alle zu weinen und schrieen später einen Siegesruf für die Freiheit laut hinaus. Dieses Thema verursacht vielerorts durchaus Schwierigkeiten und die, die sich am meisten dagegen wehren, zu glauben, dass es wahr ist, sind meistens dann auch diejenigen, die am emotionalsten reagieren, wenn der Herr in ihnen durchbricht. Andere halten an ihren stoischen Persönlichkeiten fest und können Gott nicht in seiner Gesamtheit erkennen. Diese Art von Reaktionen ist auf alle Fälle gefährlich. Diese Personen haben einen verfinsterten Verstand und sind durch ihre Ignoranz vom Leben Gottes entfremdet worden, eben weil ihre Herzen verstockt sind: „Sie, die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier“ (Epheser 4, 18-19). Hier ermutigt Paulus die Gemeinde in Ephesus, sich nicht in der Sinnlosigkeit des Verstandes zu bewegen, wie es die Heiden tun. Das Wort „Herz“ am Ende von Vers 18 bedeutet Gedanken oder Gefühle. Ich weiß, dass diese Bibelstelle hart klingt, wenn man an die Gläubigen denkt, die regelmäßig die Gemeinde besuchen, aber hierbei geht es nicht um einen „Gemeindebesuchs-Rekord“, sondern um deine Beziehung zu Jesus. Diese Beziehung hat zwei Teile. Der eine Teil ist unsere private Beziehung mit dem Herrn, der andere unsere Beziehung mit dem Herrn innerhalb des Leibes.



Jesu' Gefühle

In dieser Stunde jubelte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast und hast es Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. (Lukas 10, 21) Jesus frohlockte, nachdem siebzig seiner Jünger zurückgekehrt waren und gesagt hatten „Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen.” Das Wort “frohlocken” bedeutet vor Freude hüpfen und herumwirbeln. Dies war eine emotionale Erfahrung und der Herr zeigte seine Gefühle. Wenn man hierbei daran denkt, dass Jesus nur das tut, was er den Vater tun sieht und nur das sagt, was er den Vater sagen hört (Johannes 5, 19), heißt das doch, dass auch der Vater Gefühle hat und sich nicht davor scheut diese zu haben oder zu zeigen.

Diese emotionale Erfahrung kam von Jesus, der den Vater kannte, doch dann geht der Heiland weiter, indem er sagt: „Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will (Lukas 10, 22)“. Vor diesem Zeitpunkt war niemand wirklich fähig Jesus zu kennen. Keiner war gegenwärtig in der Lage, den Vater zu kennen, bis der Sohn ihn offenbarte. Es gab im Alten Testament Männer, die eine Beziehung mit dem Vater hatten, aber alles was mit einer intimen Gemeinschaft mit Gott zu tun hatte, war in Israel seit langem tot. Ohne den Sohn wäre es nie jemandem gelungen Erfahrungen oder Gefühle mit und für den Vater zu haben. Gemäß dieser Stelle aus Lukas 10, 22 ist die einzige Möglichkeit für Gefühle und Erfahrungen mit dem Vater, die Offenbarung des Vaters durch den Sohn. Es scheint als müssten wir diese Idee von dem Gespür für den Herrn und den Heiligen Geist ernsthaft berücksichtigen. Obwohl sich die Argumente gegen die Emotionalität in der Gemeinde häufen, ist es mir jedoch nicht gelungen eine Schriftstelle zu finden, die die Leute davor warnt, zuviel Begeisterung für Gott zu zeigen, oder die die Leute ermahnt, die zuviel Emotionen zeigen, wenn sie Gott preisen. Tatsächlich warnt Jesus die Pharisäer sogar, als sie sich über die Jubelrufe und Lobeshymnen aufregen: „Und [sie] sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja, habt ihr nie gelesen: ‘Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?’“ (Matthäus 21,16) „Säuglinge“ bedeutet hier eine einfältige Person oder ein unreifer Christ. Es ist durchaus einfach einen unreifen Christen zu finden (oder einer, der sich frisch bekehrt hat): Das sind stets die Leute, die am lautesten schreien und am meisten Unruhe in die Versammlung bringen, wenn sie Gott preisen. Wahrscheinlich haben sie einfach noch nicht gelernt, wie sie auf ihren Gefühlen sitzen bleiben oder sie unterdrücken können – und das ist gut so!

 

Wir suchen noch Übersetzer, die uns bei der Übersetzung von englischer Lehre ehrenamtlich helfen wollen. Wenn du Lust dazu hast, schicke uns eine e-mail. AUTOR/QUELLE:
Don Potter
engl.Original: "Feel for the Lord"
::used by permission::
 
published: 08.05.2003
translated by Sabrina Hanheiser
(c) by Worshipgalaxy.com
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::Zur Biografie von Don Potter::



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