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Hast Du schon einmal Musiker erlebt, die
neidisch waren auf das Talent eines anderen? Hast Du
bemerkt, wie sie sich in den Mittelpunkt stellen und nach
Positionen drängeln? Das ist nicht nur bei den Musikern der
Welt so, dasselbe findest Du auch in den kirchlichen
Gemeinden.
Obwohl die Kirche im Allgemeinen nicht die Qualität der
Musiker hat wie die Welt, scheint sich diese Tatsache
langsam zu verändern. Noch vor einigen Jahrhunderten wurden
viele der großen klassischen Komponisten beauftragt, für die
Kirche zu schreiben. Nach und nach fand die Kirchenmusik
weniger Beachtung, aber die Eifersucht ging weiter.
Warum sind Musiker und Sänger so oft eifersüchtig auf die
Begabung von anderen?
Ist es Teil der Natur eines Musikers, sich mit Furcht vor
Ablehnung oder Verdrängung herumzuschlagen? Machen sich
manche Musiker oder Sänger so viele Illusionen über das
Leben als Bühnenkünstler, dass sie fast alles tun würden, um
in diese Position zu kommen? Oder ist es Eifersucht auf die
Begabung, die Gott dem einen gegeben hat und dem anderen
nicht?
Obwohl dies schon teilweise Antworten sind, schlage ich hier
noch einen anderen Grund vor: Diese Eifersucht kam als ein
Erbe. Sie ist nicht notwendigerweise ein Erbe unserer
natürlichen Väter, sondern wurde eher von unseren
geistlichen Vätern aus dem 1.Buch Mose weitergegeben.
Kain
und Abel
Im 1.Mose 4 entfaltet sich die Geschichte von Kain und Abel.
Sie waren nicht nur die ersten Brüder der menschlichen
Geschichte, sondern auch die ersten Brüder, die Erfahrungen
mit Rivalität und Eifersucht machten.
„Einmal brachte Kain von seinem Ernteertrag dem HERRN
ein Opfer. Auch Abel brachte ihm ein Opfer; er nahm dafür
die Besten von den erstgeborenen Lämmern seiner Herde. Der
HERR blickte freundlich auf Abel und sein Opfer, aber Kain
und sein Opfer schaute er nicht an. Da stieg der Zorn in
Kain hoch, und er blickte finster zu Boden. Der HERR fragte
ihn: „Warum bist du so zornig? Warum starrst du auf den
Boden? Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei
erheben; aber wenn du Böses planst, lauert die Sünde vor der
Tür deines Herzens und will dich verschlingen. Du musst Herr
über sie sein.“ (1.Mose 4: 3-7)
Das Wort „Opfer“ bedeutet: „sich nähern“. Um sich Gott
nähern zu können, musste man ein Opfer bringen. Wenn wir
eine Beziehung mit einem anderen Menschen eingehen wollen,
müssen wir auch um dieser Beziehung willen Opfer bringen.
Jede Freundschaft oder Beziehung hat einen Preis, auch die
Beziehung zu Gott. Wir bringen kein Lobopfer zum HERRN, weil
er ichsüchtig wäre, sondern mit dem Wunsch nach einer
Beziehung. Kain war tatsächlich die erste Person, die
versuchte, sich durch ein Opfer Gott zu nähern. Es wird in
der Schrift nicht erwähnt, dass Kain instruiert wurde, ein
Opfer zu bringen. Es kann gut sein, dass er die Beziehung
auf diese Weise selbst suchte. Das kann empfehlenswert
erscheinen, aber sein Motiv dabei ist fragwürdig.
In Vers 7 benutzt der HERR das Wort „gut“, als er darauf
Bezug nimmt, wie Kain angenommen sein könnte. Das hebräische
Wort für „gut“ ist yatab. Es bedeutet: gut-, fröhlich-,
wohlgefällig sein.
Gott erwartetet, dass Kain sein Opfer (sein Sich-nähern) mit
Freude und reinem Herzen bringen solle.
Der HERR sagt im selben Vers, dass Kain akzeptiert würde,
wenn er „gut“ gehandelt hätte. Gott sagte nicht, dass er
Kains Opfer akzeptieren würde; er sagte, er würde ihn
akzeptieren. Das Wort „akzeptiert“ meint Anerkennung,
Würdigung, Erhabenheit.
Kain kämpfte mit seinem Ärger, als der HERR seine Bemühung
nicht akzeptierte, seine eigenen Versuche, eine Beziehung
herzustellen.
Im Blick auf Kains Vorbereitungen für das Opfer sagt ihm der
HERR:
Ich bin nicht daran interessiert, dein Opfer anzuerkennen,
sondern wenn du dich selbst demütigst und dich über das
angenommene Opfer deines Bruders mitfreust, werde ich dich
erhöhen. Indem du das tust, lernst du, über Sünde zu
herrschen.
Wenn Kain sich im Herzen darüber gefreut hätte, dass das
Opfer seines Bruders wohlgefällig war, hätte er das
bekommen, wonach sich alle Musiker und Sänger sehnen:
Bewunderung, Erhebung und Würdigung.
Kain bekam die Chance, vielmehr als nur Anerkennung zu
haben; ihm wurde angeboten, von Gott selbst erhoben zu
werden.
In jeder Gruppe oder Zusammensetzung wird es immer
diejenigen geben, die nach der Gunst Gottes oder eines
Menschen, den sie für wichtig erachten, streben. Doch nur
einer wird den Respekt bekommen, nach dem beide suchen. Wie
die „Verlierer“ mit dieser Entscheidung umgehen, wird oft
Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben.
Gott ist nicht „fair“, aber er ist gerecht.
Von 1.Mose 4 können wir die Bedeutung eines fröhlichen
Herzens lernen, wenn eine andere Person Gunst erfährt. Dies
ist nicht nur der Weg, um erhoben zu werden, es ist auch der
Weg, über die Sünde zu herrschen. Es gibt keinen besseren
Grund zur Freude, als dass unser Bruder und unsere Schwester
große Anerkennung für die Opfer bekommen, die sie Gott
gebracht haben, selbst wenn unsere eigenen Opfer nicht
erwähnt werden.
Diejenigen, die den wahrhaften Wunsch haben, sich Gott zu
nähern, werden ihre Opfer nicht mit einem schweren Herzen
bringen und sich auch nicht über die Kosten beklagen. Gott
wusste, dass Kains Wunsch, sich Ihm zu nähern, verborgene
Motive hatte, aber trotzdem zeigte er Kain den Weg zu Seinem
Herzen. Nichtsdestoweniger entschied sich Kain, etwas
anderes zu tun, als dem Ratschlag Gottes zu folgen.
Eifersüchtig auf die bevorzugte Behandlung, die sein Bruder
erfuhr, wurde Kain zum Mörder. So herrschte die Sünde mehr
über Kain als Kain über die Sünde.
Kains Nachkommen heute
Nachdem wir nun einiges Verständnis über die Entwicklung der
Eifersucht bei Kain gegenüber der Gunst seines Bruders
haben, werden wir uns ansehen, was das für die Musiker heute
bedeutet.
In 1.Mose 4:21 wird ein Mann namens Jubal erwähnt. Er ist
der Vater von allen, die ein Musikinstrument spielen. Er war
der Ur Ur Ur Urenkel Kains. So liegt in der Geschlechtslinie
aller Instrumentalisten das Erbe von Eifersucht und Mord.
Als das Ergebnis von einer Entscheidung Kains kam ein Fluch
über alle, die ein Musikinstrument spielen.
Dies mag sich ziemlich radikal anhören, aber sieh doch auf
das, was in den Lobpreisgruppen in den Gemeinden abgelaufen
ist. Einige Musiker versuchen noch, in der weltlichen
Musikszene mitzumischen, erleben aber keinen Durchbruch.
Andere versuchen, etwas in der Kirche richtig groß
aufzuziehen. Es gibt kleinliche Auseinandersetzungen über
Themen wie „Ich werde auf der Bühne nicht gut gesehen“
oder „Ich werde gegenüber dem Rest der Band nicht gut
gehört.“
Sobald ein Musiker sich dazu entschließt, solistisch
vorzutreten, bemühen sich die anderen Teammitglieder
sogleich, Ähnliches zu tun, um nicht unterzugehen. Es
herrscht die Angst: „Ich erreiche nicht das, was ich will,
wenn ich meinen Bruder oder Schwester höher achte als mich
selbst“, und so haben wir Vollzeit-Eifersucht statt
Vollzeit-Dienst.
Natürlich sind dies nur Verallgemeinerungen, die nicht auf
jede Gemeinde zutreffen. Aber wenn Du Dich in irgendeiner
Weise dadurch angesprochen fühlst, solltest Du weiterlesen,
es gibt eine Lösung für dieses Problem.
Die
Erstlingsfrüchte - oder: Die Nachlese
1.Mose 4:3 sagt über Kains Opfer: „Es begab sich aber nach
etlicher Zeit.“ Dies scheint auf das Ende der Ernte
hinzuweisen, als alles Getreide schon gesammelt war.
Scheinbar brachte Kain sein Opfer für Gott, nachdem er den
ganzen Ertrag absehen konnte. Er opferte nicht von den
Erstlingsfrüchten, sondern vom Überschuss seiner Arbeit. Wie
oft geben wir als Musiker die Opfer mehr vom Überschuss des
Segens als von den Erstlingsfrüchten?
Ich will euch ein Beispiel geben:
Als ich Jesus zum ersten mal als Herrn bekannte, spielte ich
gerade in einer weltlichen Show mit, in der ich sehr
anerkannt war. An diesem Abend gab das Publikum mehr Applaus
als jemals zuvor. Als ich zurück auf die Bühne ging, um eine
Zugabe zu geben, hörte ich eine Stimme sagen: „Dafür
solltest Du Gott ein Dankopfer geben.“ Ich dachte, das sei
eine gute Idee, aber mein stolzes Herz sagte: „Endlich
erkennen sie meine wahre Größe.“ Ich gab zwei weitere
Zugaben und verpasste wieder, Gott für diese
„Erstlingsfrüchte“ zu danken. Dies war das erste Mal, dass
ich soviel Anerkennung bekam, aber anstatt Gott für diese
empfangene Erhebung zu danken, glaubte ich in meinem Herzen,
dass ich das wirklich verdient hatte.
Am nächsten Abend war ich in einem anderen Theatersaal, wo
ich normalerweise sehr gut aufgenommen wurde. Ich fing an zu
spielen und alles lief ganz gut. Ich glaubte, dass von nun
an - mit Gott an meiner Seite – das Publikum meinen Namen
schreien würde. An diesem Abend jedoch geschah etwas,
wodurch ich von einer göttlichen Furcht gepackt wurde.
Ich spielte ein Lied und das Publikum reagierte so, als
könnten sie mich nicht gut genug hören. Nach einer
Überprüfung der Übertragungsanlage spielte ich ein weiteres
Lied und einige der Leute begannen, sich voll Verärgerung
anzusehen. Beim 4. Lied wurden die Leute zornig darauf, dass
sie für so eine lausige Vorstellung Geld bezahlt hatten.
Ich fühlte mich durch ihre Reaktion verletzt und flüchtete
das erste Mal in meinem Leben von der Bühne.
Als ich nach Hause kam, fing ich an, zum Herrn zu rufen, um
eine Antwort zu bekommen. Schon bald gab er mir einen
starken Eindruck: „Letzten Abend das war ich; heute das
warst Du.“ Obwohl ich seit mehr als 30 Jahren Gitarre spiele
und singe, musste ich erkennen, dass Gott mir Gunst
geschenkt hatte, sogar in den Jahren, als ich noch verloren
war. Der einzige Grund, warum Menschen meine Musik mochten,
war, dass der Herr, der mich liebte, immer bei mir war, wenn
ich sang und spielte.
Wenn Er sich entschied, fernzubleiben, war alles, was blieb,
ein Publikum, das sein Geld zurückhaben wollte.
Es verging eine lange Zeit, bevor ich überhaupt wieder auf
eine Bühne ging, und als ich es tat, begann ich mit einer
Danksagung an Gott. Manchmal rief ich einfach, wie wunderbar
Jesus ist. Ich weiß jetzt, daß ich niemals die Herzen von
Menschen wirklich berühren konnte, aber Gott konnte es. Ich
brauchte Ihn, um ein Dankopfer zu bringen und selbst dann
war das Opfer noch nicht ausreichend.
Es ist die Zeit, dankbar zu sein für das, was Gott getan hat
und nicht eifersüchtig auf die Gunst zu sein, die er anderen
gibt. Früher oder später werden alle, die ein Instrument
spielen, mit der Möglichkeit konfrontiert, die Gaben von
Brüdern oder Schwestern zu hassen. Und derjenige, der mit
seinen Gaben groß herauskommt, muss lernen, sie mit Gnade
einzusetzen.
Im Jakobus finden wir einige Worte der Weisheit, wenn es um
die geht, die große Begabung oder Wissen haben:
Will jemand von euch als klug und weise gelten? Dann
zeige er das in der ganzen Lebensführung, mit der
Bescheidenheit, die den Weisen ansteht! Wenn ihr dagegen
bittere Eifersucht und Streit in euren Herzen hegt, dann
rühmt euch nicht eurer Weisheit und verdreht damit die
Wahrheit!
Diese Art von Weisheit kommt nicht von oben, sie ist
irdisch, sinnlich und teuflisch.
Wo Eifersucht und Streit herrschen, gibt es Unordnung und
jede Art von Gemeinheit. Aber die Weisheit von oben ist
zuerst einmal rein und klar; sodann ist sie freundlich,
nachgiebig, zum Frieden bereit. Sie ist voller Erbarmen und
bringt viele gute Taten hervor. Sie kennt weder Vorurteil
noch Verstellung. Die Saat der Gerechtigkeit geht nur bei
denen auf, die auf Frieden aus sind, und bei ihnen bringt
sie Frucht. (Jak 3:13-18)
Wenn unter Musikern große Begabungen oder Talente
auftauchen, muss klar sein, dass sie „von oben“ kamen und
nicht durch eigene Anstrengung.
Während dies verwirrend sein kann, weil Musiker ja auch
studieren und üben müssen, damit sie Zustimmung finden
(2.Tim 2:15), ist das Blut Jesu noch immer das einzige
Mittel, um von dem boshaften Erbe Kains erlöst zu werden.
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