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Als ich eines Tages nach Hause kam, wollte meine Frau mir
eine Bibelstelle vorlesen, die sie gerade las. Ich bin mir
nicht sicher, ob jede Ehe wie unsere ist, aber in meinem
Haus ist Christine oft die zurechtweisende Stimme des
Heiligen Geistes. An diesem Tag hatte ich wie immer alle
Hände voll zu tun, da ich grundsätzlich ein Workaholic
(„Arbeitssüchtiger“) bin. Nie Zeit genug, um die Dinge zu
tun, die Aufmerksamkeit fordern und noch weniger, um Dinge
zu tun, die ich gerne tun würde. Schließlich, nachdem ich
nichts besseres fand, was ich hätte tun können, hielt ich
für eine Minute inne und sagte mit einem
halbinteressierten Seufzen: „Okay, ließ mir die
Bibelstelle vor.“ Sie sagte fröhlich: „Wer sich auch nur
lässig zeigt bei seiner Arbeit, der ist ein Bruder des
Verderbens.“ (Sprüche 18:9).
Hört sich gut
an
Ich schaute für eine Sekunde an die Decke und dann auf den
Flur und dachte: „Warum liest sie mir diese Bibelstelle
vor? Denkt sie ich bin faul?“ Dann antwortete ich und
sagte: „Hört sich gut an. Ich komme später wieder.“
Den Rest des Tages war ich mit vielen Dingen beschäftigt,
die ich tun musste, aber ich bekam diese Bibelstelle nicht
mehr aus meinem Kopf. Als ich alles erledigt hatte und
mich hinsetzte, öffnete ich meine Griechisch-Hebräische
Studienbibel. Ich fing an diese Bibelstelle zu studieren.
Nach einiger Zeit war ich mit mehr Erkenntnis erfüllt.
Lass mich zeigen, was ich über diese Worte herausfand, die
dort schon so lange stehen.
Faul sein
Faul sein meint schlaff oder träge zu sein, was ich
wusste, dass ich es nicht war. Aber weiterhin meint es
auch niedergeschlagen zu sein, sich zurückziehen,
vereinsamen oder aufzugeben. Das erweckte meine
Aufmerksamkeit, weil ich gerade erst damit gekämpft hatte,
dass ich mich von Situationen oder Menschen, die mich
verletzt hatten oder von denen ich mich angegriffen
gefühlt hatte, zurückzog. Wenn ich abgelehnt werde, dann
verschwinde ich normalerweise einfach; wenn nicht im
Natürlichen, dann auf jeden Fall im Geist. Ich habe schon
oft für eine dickere Haut gebetet, aber der HERR sagte mir
immer nur „Eine dickere Haut bedeutet weniger
Verständnis“. Wo Musik und Lobpreis wichtig sind, ist
Verständnis lebenswichtig.
Der HERR erinnerte mich daran, dass Angriffe wie ein
Stolperstein sind oder ein Grund zum Fallen sein können.
Jesus war für viele ein Stolperstein (Jesaja 8:14). Also,
wenn ich mich von jemand vor den Kopf gestoßen fühle, dann
kann es auch Jesus (die Wahrheit) sein, über den ich
stolpere.
Arbeit
Arbeit, das ist mein Lieblingsthema, weil ich mich selbst
als harten Arbeiter sehe. Ausgeschlossen, dass der
Sprücheschreiber über die Arbeit, in Form von
Arbeitsstelle redet. „Arbeit“ meint Pflicht oder Dienst.
Hauptsächlich meint er damit die Berufung, die auf einem
liegt. Also beginnt Sprüche 18:9 eigentlich mit „Der, der
seine Berufung oder seinen dienstliche Pflicht
aufgibt...”. Ich fing wirklich an zu schwitzen, weil ich
nicht bereit war zu glauben, dass man, wenn man auf
Ablehnung reagiert, gleichzeitig seine Berufung oder
seinen Dienst aufgibt.
…weil ER
es will!
Der Herr erinnerte mich daran, wie David flüchtete als
sein Sohn Absalom seinen Anspruch auf den Thron stellte
(siehe 2. Sam.15:13-29). Ich habe mich oft gewundert,
warum David etwas aufgab, wozu er gesalbt war. Er war ein
Krieger, also war er nicht verängstigt. Möglicherweise war
er verängstigt, dass es zu einer großen Konfrontation
kommen könne; es gibt aber auch viele Stellen in der
Bibel, die zeigen, wie David seine Gefolgsleute
konfrontierte und herausforderte. Ich fragte den Herrn und
er antwortete mit einer Frage: "Warum fliehst du von
deiner Position, wenn du herausgefordert wirst?" Es gibt
nur eine Antwort zu einer Frage, die der Herr mich fragte
und das ist die Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass ich
fliehe, weil ich in meinem Herzen nie geglaubt habe stark
und kompetent genug zu sein um diesen Job zu erledigen.
David fühlte sich so, wie sich viele wirklich berufene
Menschen im Dienst fühlen.
Gott beruft keine Menschen in eine bestimmte Position,
weil sie zuverlässig oder fähig wären, sondern weil er es
so will. Wenn er mich berufen hat, dann wird er mich
ausrüsten (Hebräer 13:20-21 ).
Bruder des
Verderbens
”Bruder des Verderbens” in einer Bibelstelle – das hörte
sich interessant an. Also schlug ich es nach. Es heißt
etwas zerstören oder ruinieren durch niederreißen. Es
heißt weiter, dass dieses “Niederreißen” letztendlich eine
ganze Gemeinde ruinieren kann. Das Wort “boshaft” taucht
in diesem Zusammenhang auch auf. Diese einfache
Bibelstelle könnte man also folgenderweise auch
übersetzen: “Der, der seine Berufung oder seinen Dienst
aufgibt ist wie ein Bruder, der andere ruiniert und
dadurch eine ganze Gemeinde zerstören kann.”
Alle Situtationen, in denen ich abgelehnt wurde, kamen mir
in den Sinn. Wenn nur ein Soldat im Krieg seinen
Wachposten verlässt, dann kann und wird der Feind mit
höchster Wahrscheinlichkeit genau durch diese offene Tür
hereinkommen. Es spielt keine Rolle, ob er einen triftigen
Grund hat seinen Posten zu verlassen oder nicht. Ich weiß,
dass das Ganze auch sehr viel Selbstverdamnis bringen
kann, wenn man sich überführt fühlt. Wenn dem so ist, dann
höre sofort aus zu lesen und bring erst alles wieder mit
Gott in Ordnung. Nimm dir Zeit mit Gott und versuche
herauszufinden, zu was du berufen bist und ob du davor
wegläufst. Auch wenn es dir viele Schwierigkeiten machen
sollte mit jemandem richtig umzugehen und zu vergeben, der
dich verletzt hat, dann gib aber nicht die Berufung auf
deinem Leben auf. Angenommen oder abgelehnt zu werden hat
nichts mit der Berufung Gottes in deinem Leben zu zun.
Wenn die Gaben und die Berufung Gottes unbereubar sind
(Römer 11:29), wie kann dann einer von uns eine
Entscheidung treffen, seine Gabe aufzugeben, nur weil er
von anderen darin abgelehnt worden ist?
Werden die Gerufenen antworten?
Ich bat den Herrn mir ein Gebet zu geben, was ich beten
könnte. Er sagte, „bete, dass diejenigen, die ich gerufen
habe, mir antworten werden.“.
Ich persönlich glaube, dass es viele Leute gab und noch
gibt, die von ihrer Berufung und Dienst zurückgetreten
sind. Es gibt wahnsinnig viele gute Gründe seinen Dienst
oder Berufung aufzugeben, aber ich bin mir sicher, dass
keiner dieser Gründe ausreicht eine gesalbte, berufene und
freigesetzte Person davon abzuhalten, all das zu tun, zu
dem der Herr sie berufen hat.
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