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III. Melodische
Entwicklung
Lasst mich jetzt weitergehen zur "Melodischen
Entwicklung", einem Bereich, der sehr schwer auf Papier
abzuhandeln ist, weil er aus allem was Du hörst besteht.
Ich glaube nicht, das Komposition durch einen Lehrer in
einem Schüler erzeugt werden kann. Der Fluss der Musik
muss einfach da sein ... Er kann nicht durch einen
Ausbilder erzeugt werden, aber er kann gelenkt werden.
Was mich betrifft, so hatte ich weder als Texter noch als
Komponist einen direkten Lehrer. Ich versuche überall zu
lernen - täglich! Letztlich wird hier der beste Lehrer
sein, großartigen Komponisten zuzuhören.
Irgendwie ist die Melodie so etwas wie ein mystisches
Element in Songs, eine innere Leidenschaft, die ihren
äußeren Ausdruck in Noten findet. Von ihrem Wesen ist eine
Melodie sowohl ein Rhythmus als auch eine Tonhöhe, eine
rhythmische Folge von musikalischen Noten, die zusammen
ein musikalisches Ganzes bilden mit einem Start und einem
Ziel.
Der Hauptbaustein einer Melodie ist ein "Motiv". Ein Motiv
ist also das wesentliche einende Element eines Liedes.
Andere übliche Begriffe für ein Motiv sind ein "Hook"
(dt.: etwa: Aufhänger) oder "Riff". Es ist eine kurze
Figur einzigartiger Gestaltung, die das ganze Lied
hindurch als einendes Element vorkommt. Alle guten Lieder
haben ein starkes Motiv. (Ich bin sicher, dass es
Ausnahmen gibt, aber nicht viele.)
Kürzlich habe ich sehr die Musik von Andrew Lloyd Webber
genossen, denn seine Hooks sind so stark, z.B. "With One
Look" aus dem Musical Sunset Boulevard oder "Music of the
Night" aus Phantom of the Opera. Diese Melodien "sagen"
exakt, was der Text aussagt ... und das ist das Ziel!
Ich denke, Cindy Rethmeiers Motive sind sehr stark.
("Exalt the Lord" und "Full of His Glory"). Für sie ist
das alles im Gefühl. Sie ist kein professionell
ausgebildeter Musiker oder Songwriter. Ich habe schon
früher mit ihr zusammen geschrieben und ich liebe es, da
ihr melodischer Sinn sehr stark ausgeprägt ist. (plus:
(viel wichtiger!) Sie ist "gesalbt"; sie tut, wozu Gott
sie berufen hat.)
Wenn Du an der Melodie arbeitest, werden einige
verschiedene Faktoren Einfluss darauf nehmen, wie Deine
Motive klingen.
Deine Persönlichkeit: Eines meiner Markenzeichen ist die
1 auf die 4+ zu verschieben (wie jede melodische Phrase im
A-Teil von "I love the View from Here". Ich singe das Wort
"hill" und "miles" auf dem Schlag 4+ anstelle auf Schlag
1.). Deine Melodien werden klingen wie Dur ... und das
sollten sie auch. Dies ist immer noch ein Stolperstein für
mich, aufgrund dessen, wie ich mich sehe (und Du dachtest,
Du seiest der Einzige!)
Liedabsicht: Was ist Deine Songvision? Wenn Du diese
nicht kennst, könnte Deine Melodie ziellos umher wandern.
Falls der text sich gleichzeitig entwickelt, was rufen
diese Worte hervor? Als ich "Father Me" schrieb, hatte die
wiederholte Bewegung von der zweiten Note zur dritten
Hauptstufe ("major third") ein Gefühl des "Sich
ausstreckens", des "Sich sehnens". Das passte prima zum
Text "Father Me".
Musikalische Kultur und Einflüsse Deiner Umgebung werden
Deinen Stil bestimmen. Natürlich wird der stärkste
Einfluss von der Musik kommen, die Du als Teenager geliebt
hast... Deshalb sei weise bei den Einflüssen, denen Du
Dich aussetzt. Für mich habe ich festgestellt, dass ich
jetzt, nachdem ich 30 geworden bin, von völlig neuen
Musikstilen lerne, die ich früher nie gehört hätte.
Natürlich setzt all diese Reden über Melodie voraus, dass
Du ein gutes grundlegendes Verständnis von Musiktheorie
und Intervall-Lehre besitzt und wie diese die "Melodische
Entwicklung" beeinflussen. Falls das nicht der Fall ist,
ermutige ich Dich z.B. zur Volkshochschule zu gehen und
dort Musiktheorie zu belegen. Du könntest sogar einige
Nichtchristen treffen und etwas von ihnen lernen.
Lasst mich noch eine Randbemerkung machen. Einige Leute in
Workshops oder Studenten der Pacific Worship School sind
überrascht, wenn ich weltliche Beispiele verwende. Dies
überrascht mich. Wir leben nicht auf einer Insel. Gott hat
seine Gaben über die ganze Welt verstreut und wir haben
viel zu lernen. Du solltest nur wissen, dass, wenn eine
Person in einer Sache gut ist (wie z.B. Webber als
Komponist) dies nicht bedeutet, ihn in anderen Dingen zum
Vorbild zu nehmen. Also - meine Art zu leben ist diese:
Ich bin vollkommen engagiert und eingepflanzt in eine
örtliche Gemeinde, zu der ich regelmäßig gehe. Ich bin
Teil eines Hauskreises und ich bin Menschen gegenüber
verantwortlich, die mich kennen, lieben und den Mut haben
mich zurechtzuweisen - aber als Songwriter lerne ich von
jedem. Möglicherweise folge ich ihnen nicht geistlich,
aber ich lernen von ihnen musikalisch und textlich. Wir
müssen uns als Songwriter demütigen und es von Herzen
annehmen, lebenslang ein Lernender zu sein.
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